Oder: Warum mir Musik abseits des Mainstreams einfach mehr gibt.
Musik ist ein wichtiger Teil meines Lebens. Es vergeht kein Tag ohne. Ich ziehe es vor, mir die Zeit zu nehmen und Musik nach meinem Geschmack selber zu entdecken oder Empfehlungen von Freunden zu bekommen. Ich stelle lieber eigene Playlisten und Mixtapes zusammen, anstatt das zu konsumieren, was mir große Radiostationen in Dauerrotation vorleiern.
Ich liebe Konzerte in kleinem, intimen Rahmen. Man teilt die Musik mit Gleichgesinnten und ist nur deswegen hier: Wegen der Musik. Es ist immer etwas Wehmut dabei, wenn Bands oder Künstler bekannter werden. Nicht, weil “Underground” und “Indie” hip sind. Nicht, weil ich es ihnen nicht gönne und sie unbedingt für mich behalten will, ganz im Gegenteil! Erfolg ist toll und jedem Künstler nur zu gönnen!
Es ist aber ein wenig vergleichbar mit einem schönen Strand, den man für sich entdeckt hat, nur um ein Jahr später festzustellen, dass eine Autobahn und ein 1000-Betten-Hotel dahinter gebaut wird. Das Besondere, das Intime, das “Hab ich selber entdeckt”-Gefühl geht verloren.
Den Zuschauerraum teilt man nun mit Leuten, die nicht so viel Mühe, Zeit und Leidenschaft in Musik stecken, sondern die Musik einfach irgendwann irgendwo vorgesetzt bekommen haben. Die gleiche Gesinnung ist nicht mehr zu finden. Die Band findet man deswegen dann natürlich immer noch saugut, keine Frage! Doch das Gefühl, etwas Besonderes (für sich) entdeckt zu haben, verschwindet, wenn statt 200 auf ein Mal 2.000 oder gar 20.000 Leute im Raum sind.
Vergleichen kann man es vielleicht auch mit Plattenverkäufen: Für eine Band ist es natürlich toll, Platin zu bekommen! Für den Fan wird eine Platte aus einer limitierten Pressung mehr wert sein – eben weil die nicht jeder hat. Und viele vielleicht nicht ein mal wissen, dass es überhaupt eine gibt, weil diese nicht in den Charts auftaucht.
Deswegen werde ich Musik abseits des Mainstreams immer ein wenig besonderer, spannender und ‘gewinnbringender’ finden.
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