Letzten Samstag war es endlich soweit: Coldplay im Münchner Olympiapark!

Das erstaunlicherweise erst in den letzten Wochen ausverkaufte Konzert fand auf dem Coubertinplatz zwischen dem Olympia-Station und dem Fernsehturm statt. Und das war leider auch das größte Manko: Der Platz war zwar minimalst ansteigend, aber auf der linken Seite hat einem eine Reihe Bäume sehr viel von der Sicht genommen. Von der Mitte aus konnte man den linken Jumbotron nichtmal ansatzweise sehen. Umgekehrt hatte man von der linken Seite aus arge Probleme, zwischen den Ästen und Blättern hindurch einen Blick auf die Bühne zu erhaschen. Schade, wenn man satte 52 Euro liegen lässt und dann nichtmal was zu sehen bekommt.

Das andere ‘Problem’ war ein spezieller Bereich, circa die vorderen 30 Meter vor der Bühne. Dort haben’s hauptsächlich Kiddies reingeschafft, die schon um zwölf vor den Toren gewartet haben. Doch der Bereich war auch während des Konzerts zu mindestens einem Viertel leer! Sehr ärgerlich, wenn man, wie wir, den leeren Raum gerne gefüllt hätte, aber von den netten Herren der Sicherheit abgehalten wurde.

Doch genug gemeckert, das Konzert war klasse! Die Band spielt technisch perfekt — zumindest für meine Ohren –, lediglich Sänger Chris Martin hat an ein, zwei Stellen etwas geschwächelt. Irgendwas zwischen anderthalb und zwei Stunden lang haben die vier von der Insel alle Lieder zum Besten gegeben, die man erwartet hätte: Von den neuen und alten Openern “Square One” und “Politik” (die erste Gänsehaut), über den Klassiker “Yellow”, die aktuelle Single “Speed of Sound”, zum Mitgrölen “Everything’s Not Lost”, den Stadion-Rocker “White Shadows” (mein persönlicher Liebling und die zweite Gänsehaut) … Zu den Coldplay-typischen, ruhigen und malancholischen Liedern wie z.B. “The Scientist” oder “Til Kingdom Come” haben sich die vier ganz intim um’s Klavier zusammengestellt — sehr schön –, nur um dann zu “Clocks” und den Zugabe-Stücken wieder alles aus dem Bühnenbild und den Effekten herauszuholen. Eine recht dicke Lichtshow war das! In der Zugabe durfte dann natürlich Coldplays bisher größter Hit “In My Place” nicht fehlen. Abgeschlossen wurde das alles von der neuen Super-Ballade “Fix You”, für welche dann sogar noch abgestimmte Pyro-Technik zum Einsatz kam — hat gewirkt (dritte und letzte Gänsehaut)! Leider gab’s keine zweite Zugaberunde, was auch irgendwie schon so definitiv aussah, dass kaum noch einer nach einer “Zu-ga-be” schrie.

Angenehm aufgefallen ist mir noch das Publikum, welches im Altersschnitt wohl irgendwo bei Ende zwanzig gelegen haben muss: Kaum Stresser, kaum besoffene Assis und zumindest in den hinteren zwei Dritteln keine kreischenden Teens. Alles nette, anständige Leut’, die, wie wir, einfach nur einen schönen Abend haben wollten.

Am Ende sitzt man dann auf dem Platz, schaut den Leuten beim Rückzug zu und wundert sich eigentlich nur, wie schnell alles an einem vorbei gezogen ist. Viele Lieder und Momente im Laufe des Konzerts sind schon kurz darauf in der Flut der ganzen Eindrücke untergegangen — schade eigentlich. Nichts desto trotz haben wir den Platz letztendlich mit einem zufriedenen und glücklichen Gefühl verlassen. Fazit: 8 von 10 Punkten. ;-)